Die Gentherapie zur Heilung aller Arten des Haarausfalls
Inzwischen sind auch bereits einige Gene gefunden, die mit dem Haarwachstum zusammenhängen, unter anderem das Hairless (=Haarlos)-Gen, das Nude (=Nackt)-Gen, das Sonic-Gen und das VEGF-Gen.
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Das Hairless-Gen wurde bereits im Jahre 1998 von Dr. Christiano
(Columbia University) entdeckt und ist für eine sehr seltene
Form des Haarausfalls verantwortlich (http://www.columbia.edu/cu/record/archives/vol23/vol23_iss14/13.html ).
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1999 berichtete Dr. Christiano von der Entdeckung des
Nude-Gens, das ebenfalls an der Steuerung des Haarwachstums
beteiligt ist (http://www.hairsite.com/library/abst-78.htm ).
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Eine weitere wichtige Entdeckung stellte die Funktion des
Sonic-Gens dar, die im Oktober 1999 veröffentlicht wurde.
Dr. Crystal von der Cornell University konnte nachweisen,
dass das Sonic-Gen inaktive Haarwurzeln reaktivieren
kann.
Das ist deshalb bedeutsam, weil Haarwurzeln nach Ansicht
der meisten Forscher auch beim Menschen noch ca. 15 Jahre
nach dem Ausfall des Haares reaktiviert werden können,
d.h. mit diesem Ansatz wird es möglich sein, den Haarzustand
von vor ca. 15 Jahren wiederherzustellen. Manche Forscher
vermuten sogar, dass Haarwurzeln ein Leben lang reaktiviert
werden können. Allerdings könnte das Sonic-Gen zu einem
erhöhten Krebsrisiko beitragen. Daher wird nach anderen
risikolosen Gene gesucht, die ebenfalls inaktive Haarwurzeln
reaktivieren können.
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Ein möglicher Kandidat könnte das
VEGF-Gen sein, das das Wachstum neuer Blutgefäße anregt.
Im Februar 2001 veröffentlichte Dr. Michael Detmar vom
Massachusetts General Hospital eine Studie, die aufzeigt,
dass VEGF bei Mäusen den Haardurchmesser vergrößern kann
(http://de.news.yahoo.com/010223/87/1devc.html ).
Das könnte eine Reaktivierung der miniaturisierten
Haarwurzeln und damit neuen Haarwuchs bewirken.
Von zentraler Bedeutung sind auch die Forschungen zu den
Haarwurzelstammzellen. Nur wenn die therapeutischen Gene
die Haarwurzelstammzellen erreichen, ist eine endgültige
Heilung möglich. Ansonsten muss auch eine Gentherapie in
regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Einer der weltweit
führenden Forscher auf diesem Gebiet ist Dr. Cotsarelis von
der University of Pennsylvania.
Es wird sogar möglich sein, völlig neue Haarwurzeln beim
erwachsenen Menschen wachsen zu lassen. Im Jahre 1998 konnte
Prof. Elaine Fuchs (Howard Hughes Medical Institute)
nachweisen, dass das Molekül ß-Catenin bei Mäusen neue
Haarwurzeln entstehen läßt. Allerdings ist dieser Prozeß
sehr komplex und daher schwierig zu kontrollieren, so dass
noch weitere Forschungen nötig sind, bis die Anwendung am
Menschen denkbar ist. Aber dann wird es möglich sein, selbst
auf Vollglatzen wieder jugendlich volles Haar wachsen zu lassen.
Weitere Informationen zu den Forschungen von Prof. Fuchs
sind zu finden unter http://www.hhmi.org/fuchs.
Wie bereits erwähnt wird die Gentherapie alle Arten des
Haarausfalles heilen können, angefangen von Alopecia
universalis über Alopecia areata bis hin zum erblich
bedingten Haarausfall bei Mann und Frau, da das Prinzip
immer gleich oder ähnlich ist: Das heilende Gen wird mit
Hilfe eines Genvektors hochselektiv zu den Haarwurzeln
befördert, bzw. es werden sogar neue Haarwurzeln gebildet.
Da Alopecia areata eine Autoimmunerkrankung darstellt,
kann es eventuell zusätzlich nötig sein, die krankhaften
Veränderungen des Immunsystems zu korrigieren. Auch hier
besteht Anlass zur Hoffnung. Bereits in mehreren Tierstudien
konnte eine DNA-Impfung das Immunsystem bei
Autoimmunerkrankungen normalisieren. Studien am Menschen
sind in naher Zukunft zu erwarten.
-> Fazit:
Tierstudien belegen, dass die Gentherapie alle
Arten von Haarausfall wird heilen können. Allerdings
muss das perfekte Gen erst noch gefunden werden. Auch
die Gentaxis, die die Gene zu den Haarwurzeln befördern,
müssen noch perfektioniert werden. Es bestehen allerdings
keine grundsätzlichen medizinischen Probleme. Es hängt also
hauptsächlich von den Investitionen in die gentherapeutische
Forschung ab, wann eine nebenwirkungsfreie Heilung des
Haarausfalls möglich sein wird.